Fersensporn

Fersensporn – ein schmerzhafter Auftritt

Viele Menschen, meistens ab mittlerem Alter, leiden früher oder später an einem Fersensporn. Der Arzt diagnostiziert es als Verschleisserkrankung oder Überlastungssymptom. 

Riesige Kräfte wirken beim Gehen auf die Fersen und bis zum Dreifachen des Körpergewichts beim Laufen. 

Der Fersensporn, auf lateinisch Kalkaneussporn, kann weder von aussen gesehen noch abgetastet werden. Wie der lateinische Namen Kalkaneus schon sagt, geht es um eine Anlagerung von Kalk, dem Knochenmaterial. Weh tut es dann, wenn sich das Gewebe um den Knochenauswuchs, dem Fersensporn, entzündet. (Peter Mégel)

Denkweise der APM Radloff am Beispiel des Fersensporns

Über Beschwerden an Gelenken, Muskeln und Sehnen wird relativ häufig berichtet. Die Krankheitsbilder reichen von akut auftretenden Schmerzen und Krämpfen über Bewegungseinschränkungen bis hin zu seit Jahren bestehenden ausgeprägten Abnutzungserscheinungen. In der Regel sind die betroffenen Strukturen Symptome, die auf etwas aufmerksam machen wollen. Sie sind selbst nicht die Ursache.

Besteht an der Ferse (oder der Achillessehne) über lange Zeit ein behindernder, brennender oder stechender Schmerz, kann mit bildgebenden Verfahren festgestellt werden, ob sich ein Fersensporn gebildet hat. Dieser bildet sich nicht grundlos. 

Am Fersenbein befinden sich verschiedene Sehnenansätze. Eine Sehne ist die Schnittstelle, zwischen beweglicher Struktur (Muskel) und statischer Struktur (Knochen) und hat die Aufgabe, die Kraft der Muskulatur auf das Skelett zu übertragen. Ist die Muskulatur über längere Zeit stark gespannt, leidet die Sehne unter dem anhaltenden, verstärkten Zug. Dies hat Reizungen der Sehne, sowie kleine Entzündungen zur Folge. Die Sehne verstärkt sich und baut Kalk ein, um die eigene Struktur zu verstärken und trotz der anhaltenden Muskelspannung nicht zu reissen. Diese «Verstärkung» erkennen wir dann als Kalksporn am Sehnenansatz und nennen sie «Fersensporn». Soweit deckt sich unsere Sichtweise mit der allgemein schulmedizinischen Definition. 

Nun hat der Sporn die Funktion des Feuerwehrmanns. Wenn es irgendwo brennt, sind sie rasch da. Trotzdem kämen Sie kaum auf die Idee, den Feuerwehrleuten die Schuld am Brand zuzuschieben. 

Einen ähnlichen Schluss ziehen wir aber, wenn es um den Fersensporn geht. Jemand hat stechende Schmerzen in der Ferse (der Brand) und das Röntgengerät präsentiert uns einen Sporn (die Feuerwehrleute). Die entscheidende Frage ist hier: weshalb ist die entsprechende Muskulatur derart gespannt? (Die analoge Frage beim Feuerwehrbeispiel wäre: Wer ist hier der Brandstifter?) 

Die Lösung liegt darin, die Ursache der lang bestehenden Spannung festzustellen und diese Ursache zu behandeln. 

Welche Brandstifter können es sein? 

Wir unterscheiden in der Behandlung drei Ebenen. Jede können wir mit dem Befund beurteilen und behandeln. In jeder Ebene 

kann die Ursache für eine anhaltende erhöhte Spannung der Plantarfaszie (und somit der Bildung eines Fersensporns) liegen. 

1. Ebene = strukturelle Störungen wie Flussbedingungs-störung eines Meridians, blockiertes Fussgelenk, Kniegelenk, Hüftgelenk, Iliosakralgelenke und einiges mehr. 

2. Ebene = energetische oder auch physiologische Störung eines Organes. Direkte Auswirkung auf die Ferse haben die Blase, Niere, Dünndarm, Dickdarm, Enddarm, Prostata, Gebärmutter, Eierstöcke, Harnleiter, Harnröhre. Diese organische Störung kann sich zeigen als Divertikel, Menstruationsbeschwerden, Reizdarm, (Durchfall, Verstopfungen) Hämorrhoiden, Prostatavergrösserung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Blasenentzündungen und vieles mehr. 

3. Ebene = Emotionen und psychische Themen haben ebenfalls Einfluss auf diese Organe und damit auf die Entstehung des Fersensporns, zum Beispiel: Das Gefühl des nicht Genügens, oder der Druck des Selbständigen; «Es reicht nicht.» Und die daraus entstehende Existenzangst. 

Nun ist es die Aufgabe des Radloff-Therapeuten, mit Ihrer Hilfe unter den vielen möglichen Ursachen zu suchen und festzustellen, womit die schmerzhafte Veränderung der Sehne am Fersenbein beruhigt werden kann. (Claudia Coulin)